Themen-Wochen der Jungen Union Grafschaft Bentheim - „Lasst uns die Dachmarke nutzen, lasst uns die Grafschaft vermarkten – jetzt mehr denn je!“

Die Junge Union (JU) Grafschaft Bentheim bietet allen Mitgliedern und Interessenten einen Blick hinter die Kulissen in verschiedenen Bereichen, wie z.B. der Gastronomie, der Wirtschaft, der Politik und dem Tourismus, unter dem Motto „Just discuss“. Im Mittelpunkt dieses Formates steht die Frage: Wie hat Corona Ihren Bereich getroffen und welche Strategien werden für die Zukunft ins Auge genommen? Die Anwesenden haben in einer digitalen Sitzung die Möglichkeit, im direkten Austausch mit eingeladenen Referenten zu stehen.

In der jüngsten Sitzung waren für den Bereich Tourismus der Geschäftsführer der „Tierpark Nordhorn gGmbH“, Dr. Nils Kramer, und die Marketing-Koordinatorin des „VVV Nordhorn e.V.“, Marina Kramer, zu Gast. Matthias Bönemann, der Geschäftsführer des „VVV“, beantwortete die Fragen der JU in einem Video-Interview.

Matthias Bönemann wie auch Marina Kramer machten noch einmal deutlich, wie schwer ihr Bereich aufgrund des Shutdowns bedingt durch die Corona-Krise betroffen sei: keine Bootsfahrten, keine Großveranstaltungen wie der traditionelle Holschenmarkt oder das Fest der Kanäle, kein Kartenverkauf für das „Grafschafter Open Air“. Um die Arbeitsplätze zu sichern, mussten die Kollegen zunächst Überstunden abbauen, als nächstes war ein Betriebsurlaub angeordnet und letztlich meldete der „VVV“ Kurzarbeit an.
Ähnlich erging es auch dem Tierpark Nordhorn. So berichtete Dr. Nils Kramer, dass er Corona den Kampf angesagt hätte und er keinen Arbeitsplatz an Corona verlieren würde. „Das Wohl von Tier und Mensch habe oberste Priorität“, bekräftigte Kramer. So meldete auch er sofort Kurzarbeit an und stellte alle laufenden Baustellen ein, um eine Kostenreduzierung vorzunehmen. Der Tierpark Nordhorn finanziert sich, wie bekannt, hauptsächlich aus den täglichen Einnahmen und nur zu einem geringen Teil aus Spenden und Zuwendungen. Diese Einnahmen bleiben aus, wenn ca. 80.000 Besucher aufgrund der Schließung nun plötzlich fehlen – ein Betrag, der schnell die Millionengrenze erreicht.
Beide Unternehmen reagierten mit einem verstärkten Online-Marketing. So konnte der Tierpark viele Spenden und Tierpatenschaften unter der Kampagne „#wirsindzoo“ generieren, während der VVV die allseits beliebten „Nordhorn-Gutscheine“ über den Online-Shop des Tierparks und bei Marktkauf Kutsche verkaufen konnte und die Kampagne „#nordhornbringts“ ins Leben rief. Außerdem wurde ein Autokino in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturreferat organisiert.

Mittlerweile sind zwar Lockerungen eingetreten, aber die Besucherzahlen im Tierpark sind vergleichsweise bescheiden und auch der VVV möchte nun neue Wege beschreiten. „Als Stadtmarketing muss man natürlich auch immer flexibel sein“, so Bönemann. Er geht von einer verstärkten Urlaubsnachfrage in Niedersachsen aus. Deswegen hat der „VVV“ einen neuen Radpauschalkatalog aufgesetzt, wo Urlauber die Möglichkeit haben, direkt Urlaubsreisen zu buchen. Der VVV agiert somit als selbstständiger Reiseveranstalter, was es in dieser Form, laut Bönemann, bisher noch nicht gegeben hat.

Auch Tierparkleiter und 1. Vorsitzender des „VVV“ Kramer betonte, dass es wichtig sei, die Chance zu nutzen und die Grafschaft Bentheim als interessanten und sehenswerten Urlaubsort bekannt zu machen. Hier sollten allerdings die einzelnen, teils unbekannten, Ortschaften ihre eigenen Interessen zurückstellen und die Werbung über die Grafschaft Bentheim vornehmen. „Lasst uns die Dachmarke nutzen, lasst uns die Grafschaft vermarkten – jetzt mehr denn je!“, lautet der Appell von Kramer.

Die JU kann zusammenfassend feststellen, dass besonders in der Grafschaft Bentheim Solidarität und Unterstützung großgeschrieben werden. Den Weg aus der Corona-Krise werden die Grafschafter, wie Vieles zuvor, nur gemeinsam schaffen. Hierzu zählt aber auch der Einkauf vor Ort, um die regionalen Geschäfte zu unterstützen. Die sowieso schon schwierige Situation des stationären Einzelhandels in Konkurrenz zum Onlinehandel wurde durch Corona noch verstärkt. „Zu einer liebenswerten Region ge-hört auch eine vielfältige Innenstadt! Noch gibt es eine solche liebenswerte Innenstadt. Hier muss Politik in den nächsten Jahren wichtige Weichen stellen, damit dies auch so bleibt und der Ausflugs- und Erlebnischarakter gestärkt wird.“, ergänzt Dr. Kramer. Wir, die Junge Union, hoffen, dass die Potentiale für Aktivurlauber genutzt und die Innenstädte gestärkt werden, um im Kampf gegen den Online-Handel bestehen zu können. Unsere Innenstädte und Freizeiteinrichtungen im ländlichen Raum sind entscheidende Kriterien für junge Familien im Konkurrenzkampf gegen die Großstädte.