„Die CDU muss sich mehr um den Nachwuchs kümmern“

Ein eindeutiges inhaltliches Bild der Mutterpartei vermisse die Junge Union Osnabrück-Emsland schon, so Bezirksvorsitzender Benedict Pöttering. Bei einer Veranstaltung des JU-Bezirksverbandes in der Grafschaft Bentheim am vergangenem Wochenende konnten Pöttering und Arne Helweg, Kreisvorsitzender der Grafschafter JU, ihren Bundesvorsitzenden Philipp Mißfelder begrüßen. Mißfelder ist seit 2005 Mitglied des Bundestages und seit der letzten Wahl auch außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. „Noch vor Jahren haben uns die Bürgerinnen und Bürger gewählt wegen Charakteren wie Kohl, Blüm oder Geißler, aber auch trotz diese Charaktere.“ Heute fehle es der Bundes-CDU teilweise an solch starken Köpfen, die für eine bestimmte Richtung und ein klares Profil stehen. Außerdem müsse die Union ihre Politik und ihre Erfolge besser erklären. „3,5% Wirtschaftswachstum trotz Euro- und Finanzkrise ist schon ein toller Erfolg“, so Philipp Mißfelder, „der aber nicht der Regierung angerechnet werde.“ Der JU-Bundesvorsitzende aus Recklinghausen plädiert dafür, dass sich die CDU breiter aufstellen muss und nicht jeder Umfrage hinterherlaufe. Gerade auch personell sei die CDU viel zu dünn aufgestellt.

Aber auch auf der lokalen Ebene fehle es an einer guten Nachwuchsarbeit, stellt Bezirksvorsitzender Benedict Pöttering fest. „Junge Menschen, die sich in einer Partei engagieren, wollen das ihre Meinungen gehört und offen diskutiert werden kann. Es muss wieder frei und ehrlich über Probleme gesprochen werden können, anstatt immer die nächste Wahl als Anlass zum Stillhalten vorzuschieben. Politik muss für junge Menschen eine Perspektive bieten. Ansonsten hat die CDU auch irgendwann ein demographisches Problem.“ Das gelte sowohl für die Partei an sich aber auch für die Mandate in den Städten, Gemeinden und Landkreisen.

Auch für die nächste Kommunalwahl sieht es so aus, als ob in manchen CDU-Verbänden eine Nachwuchsförderung überhaupt nicht betrieben wird. „Dabei muss sich die CDU mehr um ihren Nachwuchs kümmern“, so Benedict Pöttering weiter. „Ziel einer Partei müsse es sein, ein personelles und inhaltliches Angebot für die nächsten Generation aufzubauen.“

„Es kann auch nicht sein, dass derzeit in keinem Wahlbereich in der Grafschaft ein Kandidat unter 30 Jahren unter den ersten drei Listenplätzen für den Kreistag platziert ist oder junge Leute aus persönlichen und örtlichen Eitelkeiten gar nicht erst auf die Listen gelassen werden“, so der Grafschafter JU-Vorsitzende Arne Helweg. „Dabei gehe es nicht nur darum, den jungen engagierten Mitgliedern Mitbestimmung und Einfluss zu ermöglichen, sondern auch um der Partei und den Kommunen insgesamt eine personelle Perspektive für mehr als eine oder zwei Wahlperioden zu geben“, so Helweg abschließend.